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Zahlungsarten & Finanzen

Klarna

Klarna ist ein schwedischer Payment-Service-Provider, der Online-Shops mehrere Zahlarten in einem Checkout bündelt — vor allem Rechnungskauf, Ratenkauf und Sofortzahlung per Lastschrift oder Karte. Klarna übernimmt dabei die Bonitätsprüfung und das Ausfallrisiko gegenüber dem Händler, der den Rechnungsbetrag unabhängig von der tatsächlichen Zahlung des Kunden erhält.

Stand: August 2026

Was bietet Klarna Online-Shops?

Klarna bündelt mehrere Zahlarten in einem einzigen Checkout-Baustein, sodass Kunden im Bestellprozess zwischen ihnen wählen können, ohne den Shop zu verlassen:

  • Rechnungskauf — Ware zuerst erhalten, dann innerhalb einer Frist (meist 14–30 Tage) zahlen
  • Ratenkauf — Aufteilung des Kaufpreises in monatliche Raten
  • Sofortzahlung — per Lastschrift oder Karte direkt im Checkout
  • Klarna-App-Funktionen — u. a. „Pay in 3“ oder Zahlungsaufschub direkt aus der Klarna-App heraus

Im Checkout erscheinen diese Optionen als ein einziges Klarna-Widget, über das der Kunde zwischen den freigeschalteten Zahlarten wählt — welche Optionen angezeigt werden, entscheidet dabei die Bonitätsprüfung im Hintergrund, nicht der Shop selbst.

Für Shops ist vor allem der Rechnungskauf der Grund, Klarna überhaupt einzubinden — als eigenständige Zahlart ist er ohne Payment-Provider mit hohem Ausfallrisiko schwer selbst darstellbar.

Klarna im Anbietervergleich

Klarna ist längst nicht der einzige Weg zu Rechnungs- oder Ratenkauf im Checkout. Die Anbieter unterscheiden sich vor allem in Zielgruppe und Markenauftritt:

AnbieterSchwerpunktBesonderheit
KlarnaB2C, Rechnungs- und RatenkaufGrößte Markenbekanntheit, eigenes App-Ökosystem mit Einkaufsübersicht über mehrere Shops hinweg
PayPal RechnungskaufB2CNaheliegend für Shops, die PayPal ohnehin als Zahlart führen
RatepayB2C, teils White-LabelAuch ohne sichtbares Fremdmarkenlogo im Checkout einsetzbar
Billie / MonduB2BAuf Geschäftskunden und firmenbezogene Bonitätsprüfung spezialisiert, siehe auch Rechnungskauf

Der Vorteil von Klarna gegenüber kleineren Anbietern liegt vor allem in der Bekanntheit beim Endkunden — ein Name, den viele Käufer bereits aus anderen Shops kennen, senkt die Hemmschwelle im Checkout zusätzlich zur reinen Zahlart-Funktion.

Wie funktioniert die Gebührenlogik?

ElementFunktionsweise
Transaktionsgebührprozentualer Anteil + Fixbetrag pro Bestellung
RisikoübernahmeKlarna zahlt aus, auch wenn Kunde nicht zahlt
Staffelung nach ZahlartRechnungskauf i. d. R. teurer als Sofortzahlung
VerhandlungsspielraumKonditionen abhängig von Umsatzvolumen und Branche

Die genaue Gebührenhöhe ist individuell und wird nicht öffentlich einheitlich kommuniziert — Händler sollten sie im Zulassungsprozess konkret verhandeln und gegen die erwartete Conversion-Steigerung rechnen.

Abhängigkeit vom Anbieter

Wer Klarna prominent im Checkout platziert und Kunden sich an die Zahlart gewöhnen, begibt sich in eine gewisse Abhängigkeit: Änderungen an Klarnas Konditionen, Bonitätsprüfungen oder Verfügbarkeit wirken sich direkt auf die Conversion-Rate aus. Viele Shops mindern dieses Risiko, indem sie mehrere Payment-Service-Provider parallel einbinden oder zumindest eine alternative Rechnungskauf-Lösung vorhalten.

Ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt: Die Bonitätsentscheidung selbst bleibt für den Händler eine Blackbox — Klarna kommuniziert Ablehnungsgründe einzelner Bestellungen aus Datenschutz- und Betrugsschutzgründen nicht im Detail. Der Checkout sollte deshalb so gestaltet sein, dass eine Ablehnung nicht zum kompletten Kaufabbruch führt, sondern nahtlos eine alternative Zahlart wie Vorkasse oder Kreditkarte anbietet.

Klarna technisch einbinden: JTL-Shop und Shopify

Für die gängigen Shopsysteme gibt es offizielle oder community-gepflegte Plugins, die Klarna in wenigen Schritten in den Checkout einbinden — inklusive Klarna-eigenem Widget zur Ratenanzeige direkt auf der Produktseite. In JTL-Shop erfolgt die Anbindung über ein Payment-Plugin aus dem JTL-Extension-Store, das Widget-Anzeige und Checkout-Flow übernimmt, ohne dass eigene Entwicklung am Shop-Kern nötig wird. Bei Shopify lässt sich Klarna in vielen Märkten direkt als Zahlungsmethode innerhalb von Shopify Payments aktivieren; alternativ steht die offizielle Klarna-App aus dem Shopify App Store bereit, etwa wenn eigene Checkout-Anpassungen oder zusätzliche Märkte abgedeckt werden müssen. Bei Headless-Commerce-Setups oder individuellen Checkout-Flows ist in beiden Systemen die direkte Anbindung über die Klarna-API notwendig, was mehr Entwicklungsaufwand, aber auch mehr Kontrolle über das Checkout-Erlebnis bedeutet. Der Bonitäts- und Risikoprüfungsprozess selbst bleibt dabei immer vollständig bei Klarna — der Shop liefert nur Bestell- und Kundendaten an die Schnittstelle.

Konversionswirkung realistisch einordnen

Der Conversion-Vorteil von Klarna ist real, aber nicht garantiert — er hängt stark von Zielgruppe, Produktkategorie und dem bereits vorhandenen Zahlartenmix ab. Shops, die schon einen etablierten Rechnungskauf anbieten, gewinnen durch Klarna eher an Markenvertrauen als an zusätzlicher Zahlart-Abdeckung; Shops ganz ohne Rechnungs- oder Ratenoption sehen häufig den größeren Sprung. Ratenkauf-Optionen wirken sich dabei oft besonders auf den durchschnittlichen Bestellwert aus, weil höhere Preise durch die Aufteilung in Raten weniger abschreckend wirken. Wichtig ist deshalb, die tatsächliche Wirkung im eigenen Shop über einen kontrollierten Test zu messen, statt sich allein auf allgemeine Brancheneinschätzungen zu verlassen — siehe auch A/B-Test.

Fazit

Klarna löst für viele DACH-Shops ein Henne-Ei-Problem: Ohne eigenen Payment-Partner ist Rechnungskauf kaum risikofrei darstellbar, mit Klarna übernimmt ein etablierter Anbieter Bonitätsprüfung und Ausfallrisiko gegen eine Gebühr. Der Preis dafür ist eine gewisse Abhängigkeit von den Konditionen und Bonitätsentscheidungen eines einzelnen Anbieters — weshalb sich viele Shops bewusst für einen Zahlartenmix statt einer Alleinlösung entscheiden.

Typische Fehler aus der Praxis

  1. Nur eine Zahlart parallel zu Klarna anbieten — schränkt die Wahlfreiheit ein und untergräbt den Conversion-Vorteil.
  2. Gebühren nicht in die Preiskalkulation einrechnen — bei knappen Margen frisst die Transaktionsgebühr den Gewinn pro Bestellung spürbar.
  3. Keine Rückstellungen für Retouren einplanen — bei Rechnungskauf werden viele Bestellungen erst nach Erhalt und Prüfung final bezahlt, eine hohe Retourenquote wirkt sich direkt auf den Cashflow aus.
  4. Fehlende Kommunikation der Klarna-AGB im Checkout — Kunden sollten vor Abschluss klar erkennen, dass sie einen Vertrag mit Klarna und nicht nur mit dem Shop eingehen.
  5. Ablehnung durch Klarna nicht abgefangen — ohne nahtlosen Fallback auf eine alternative Zahlart bricht der Kunde an dieser Stelle oft komplett ab, statt die Bestellung mit einer anderen Zahlart abzuschließen.

Klarna technisch sauber integrieren

Die Wahl der richtigen Zahlartenkombination und die technische Anbindung an das jeweilige Shopsystem übernehmen wir als E-Commerce-Agentur — von der JTL-Shop- bis zur Shopify-Integration. Kontakt aufnehmen.

Häufige Fragen zu Klarna

Trägt Klarna das Ausfallrisiko oder der Händler?

Klarna trägt bei genehmigten Zahlarten wie Rechnungs- und Ratenkauf das Ausfallrisiko und zahlt dem Händler unabhängig davon aus, ob der Kunde später zahlt. Dafür zieht Klarna eine Transaktionsgebühr ab, die dieses Risiko einpreist.

Wie setzen sich die Klarna-Gebühren grob zusammen?

Klarna berechnet typischerweise eine prozentuale Gebühr pro Transaktion plus einen kleinen Fixbetrag, gestaffelt nach Zahlart und Risiko — Rechnungskauf ist wegen des höheren Ausfallrisikos in der Regel teurer als Sofortzahlungen. Die genauen Konditionen verhandelt jeder Händler individuell mit Klarna.

Warum bieten so viele Shops Klarna trotz der Gebühren an?

Studien und Händlererfahrungen zeigen regelmäßig höhere Warenkorbwerte und niedrigere Kaufabbruchraten, wenn Rechnungs- oder Ratenkauf verfügbar sind — die Zahlartengebühr wird dabei als Vertriebskosten kalkuliert, ähnlich wie Marketingausgaben.

Wie aufwendig ist die technische Integration von Klarna?

Für gängige Shopsysteme wie Shopify, Shopware oder JTL-Shop existieren fertige Plugins, die den Checkout in wenigen Schritten anbinden. Individuelle Anpassungen — etwa eigene Checkout-Flows oder Headless-Setups — erfordern die direkte Anbindung über die Klarna-API.

Wie unterscheidet sich Klarna von spezialisierten B2B-Rechnungskauf-Anbietern?

Klarna ist auf Privatkunden ausgerichtet und prüft die Bonität über Verbraucher-Scoring. Für Geschäftskunden mit höheren Bestellwerten und längeren Zahlungszielen sind spezialisierte B2B-Anbieter wie Billie oder Mondu meist die passendere Wahl, da sie die Bonität auf Firmenebene prüfen.

Kann ein Shop Klarna neben anderen Zahlungsdienstleistern parallel nutzen?

Ja, das ist sogar der Regelfall. Die meisten Shops kombinieren Klarna mit einem allgemeinen Payment Service Provider für Karte, PayPal und weitere Zahlarten, statt sich für den gesamten Checkout ausschließlich auf Klarna zu verlassen.

Zahlarten-Setup optimieren?

Der richtige Zahlarten-Mix senkt Abbrüche messbar — wir richten ihn in JTL und Shopify ein.

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