Performance Max
Performance Max (PMax) ist ein automatisierter Kampagnentyp von Google Ads, der eine Anzeige über alle Google-Kanäle hinweg ausspielt — Suche, Shopping, Display, YouTube, Gmail und Discover — und dabei Gebote, Zielgruppen und Anzeigenkombinationen per maschinellem Lernen selbst steuert.
Stand: Juli 2026
Wie funktioniert Performance Max?
Performance Max bündelt in einer einzigen Kampagne, was früher über mehrere Kampagnentypen lief: Search, Shopping, Display, YouTube, Gmail und Discover. Man gibt Google ein Ziel (z. B. Umsatz oder ROAS), ein Budget, einen Produktfeed und Kreativmaterial vor — der Algorithmus entscheidet dann selbst, welcher Kanal, welche Anzeigenkombination und welches Gebot in welcher Situation am wahrscheinlichsten zum Ziel führt.
Das ist der fundamentale Unterschied zu klassischen Kampagnen: Bei Performance Max steuert man nicht mehr Keywords, Placements oder Netzwerke einzeln, sondern gibt Google Signale und Material — die Feinsteuerung übernimmt die Automatisierung.
Was sind Asset-Gruppen?
Asset-Gruppen sind die zentrale Steuerungseinheit innerhalb einer PMax-Kampagne — vergleichbar mit Anzeigengruppen bei klassischen Kampagnen, aber breiter angelegt:
- Bilder und Videos in verschiedenen Formaten (Quadrat, Querformat, Hochformat)
- Texte: mehrere Headlines, lange Headlines, Beschreibungen
- Logos
- Zielgruppensignale: Hinweise für den Algorithmus, welche Nutzer relevant sein könnten (z. B. eigene Kundenlisten, Interessen) — kein hartes Targeting, sondern ein Startpunkt fürs Lernen
- Ziel-URLs oder finale URL-Erweiterung
Pro Kampagne lassen sich mehrere Asset-Gruppen anlegen, etwa nach Produktkategorie oder Zielgruppensegment getrennt — das schafft zumindest eine grobe Struktur innerhalb der sonst stark automatisierten Kampagne.
Welche Rolle spielt der Produktfeed?
Bei E-Commerce-Konten ist der Produktfeed aus dem Google Merchant Center die wichtigste Datenquelle für PMax — wichtiger oft als die manuell hinterlegten Assets. Aus Titel, Bildern, Preis, Verfügbarkeit und Kategorie generiert Google automatisch Shopping-Anzeigen und teils auch Textanzeigen. Feed-Qualität wirkt sich damit direkt auf die PMax-Performance aus: Fehlende GTINs, schlechte Bildqualität oder unvollständige Kategorisierung begrenzen, was der Algorithmus überhaupt ausspielen kann — unabhängig vom Budget.
Performance Max vs. Standard-Shopping: die ehrliche Abwägung
| Aspekt | Standard-Shopping | Performance Max |
|---|---|---|
| Kanäle | nur Shopping-Placements | Suche, Shopping, Display, YouTube, Gmail, Discover |
| Keyword-/Placement-Kontrolle | eingeschränkt, aber vorhanden (negative Keywords) | stark eingeschränkt |
| Einblick in Suchbegriffe | teilweise | sehr eingeschränkt |
| Steuerungsaufwand | höher (manuelle Gebote möglich) | niedriger, dafür weniger Stellschrauben |
| Skalierungspotenzial | begrenzt auf Shopping-Nachfrage | zusätzliche Reichweite über weitere Kanäle |
| Reporting-Tiefe | detailliert | aggregiert, mit „Insights"-Näherungen |
Vorteile liegen vor allem in der zusätzlichen Kanalreichweite und im geringeren manuellen Steuerungsaufwand — für Konten mit sauberem Feed und ausreichend Konversionsdaten kann das die Performance verbessern, weil der Algorithmus mehr Freiheit hat, das Budget dorthin zu lenken, wo es aktuell am meisten bringt.
Nachteile sind der spürbare Kontrollverlust: Man sieht nicht mehr, über welchen Kanal ein Kauf zustande kam, kann Placements kaum gezielt ausschließen und ist bei Fehlentwicklungen (z. B. ungünstige Display-Platzierungen) auf indirekte Stellschrauben wie Zielgruppensignale oder Marken-Ausschlusslisten angewiesen. Für Konten mit wenig Konversionsvolumen braucht der Algorithmus zudem eine längere Lernphase, in der die Ergebnisse schwanken können.
Welche Ausschlussmöglichkeiten gibt es bei Performance Max?
Verglichen mit klassischen Search- oder Display-Kampagnen ist die Ausschluss-Steuerung bei PMax deutlich eingeschränkter — einer der am häufigsten kritisierten Punkte am Kampagnentyp. Trotzdem gibt es mehrere Stellschrauben:
| Ausschlussart | Ebene | Was lässt sich ausschließen | Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Konto-weite Negative-Keyword-Liste | Google-Ads-Konto | bestimmte Suchbegriffe/Themen für alle PMax-Kampagnen | gilt kontoweit, nicht je Kampagne einzeln steuerbar |
| Content-Ausschlüsse | Konto | Placement-/Inhaltskategorien für Display- und YouTube-Anzeigenplätze (z. B. sensible Inhalte) | grobkörnig, kein Ausschluss einzelner Websites wie im klassischen Displaynetzwerk |
| Marken-Ausschlussliste | Konto | eigene oder fremde Marken aus generischen Suchthemen heraushalten | muss aktiv eingerichtet werden, wird leicht vergessen |
| Geografische Ausschlüsse | Kampagne | Länder, Regionen, Orte | Standardfunktion, unproblematisch |
| Zielgruppensignale anpassen | Asset-Gruppe | indirekte Steuerung der Auslieferung | wirkt nur als Hinweis für den Algorithmus, kein hartes Filter |
Die fehlende Möglichkeit, einzelne Placements oder Suchbegriffe pro Kampagne gezielt auszuschließen, ist der Haupt-Trade-off gegenüber klassischen Kampagnentypen. Wer maximale Kontrolle über einzelne Keywords oder Placements braucht, deckt diese Anforderung gezielt über parallele Search- oder Display-Kampagnen ab, statt sie in PMax zu erzwingen.
Das Brand-Traffic-Problem bei Performance Max
Ein besonders praxisrelevanter Effekt: Weil Performance Max über alle Kanäle hinweg ausliefert und dabei auch Suchanfragen einschließt, bewirbt die Kampagne häufig auch Nutzer, die ohnehin gezielt nach der eigenen Marke gesucht hätten — Traffic, der teils auch organisch oder über eine deutlich günstigere, dedizierte Marken-Kampagne gekommen wäre. Weil PMax keine granulare Suchbegriffs-Kontrolle erlaubt, lässt sich dieser Anteil nicht ohne Weiteres herausrechnen.
Das hat zwei Folgen:
- Der ROAS wirkt besser, als die Kampagne tatsächlich zusätzlichen Umsatz generiert. Markensuchen konvertieren erfahrungsgemäß überdurchschnittlich gut — sie heben den PMax-Gesamt-ROAS an, ohne dass zwingend inkrementeller Umsatz dahintersteht.
- Budget verschiebt sich weg von echter Neukundenakquise, weil der Algorithmus auf performance-starke, aber ohnehin planbare Markenklicks optimiert, statt verstärkt in unsicherere, dafür inkrementelle Auktionen zu investieren.
Gegenmaßnahmen in der Praxis: eine separate Marken-Suchkampagne mit eigenem, niedrigem Ziel-CPC betreiben und die eigene Marke über die Marken-Ausschlussliste aus PMax heraushalten, soweit im Konto verfügbar; im Suchbegriffs-Insights-Bericht regelmäßig prüfen, ob auffällig viele markenähnliche Themen auftauchen; und den PMax-ROAS nicht isoliert bewerten, sondern zusammen mit der Entwicklung der separaten Marken-Kampagne und des organischen Traffics — ein steigender PMax-ROAS bei gleichzeitig einbrechendem Marken-Kampagnenvolumen ist eher ein Warnsignal für Kannibalisierung als für echtes Wachstum.
Typische Fehler bei Performance Max
- PMax auf einen schlechten Feed aufsetzen — die Kampagne kann nur so gut performen wie die zugrunde liegenden Produktdaten.
- Keine Markensuche ausschließen (siehe „Brand-Traffic-Problem" oben), wodurch PMax-Budget für Klicks ausgegeben wird, die auch organisch oder über eine separate Brand-Kampagne gekommen wären.
- Zu früh und zu stark optimieren, während die Kampagne noch in der Lernphase steckt — das verlängert die Stabilisierung eher, als sie zu beschleunigen.
- Reporting-Lücken ignorieren, statt ergänzend eigene Attributionsdaten (z. B. über die Conversion Rate im Shop-Analytics) zur Einordnung heranzuziehen.
- PMax und Search-Kampagnen unkoordiniert parallel laufen lassen, ohne Ausschlüsse — beide konkurrieren dann intern um dieselben Auktionen.
PMax sauber aufsetzen
Der Erfolg von Performance Max hängt stärker als bei klassischen Kampagnen von der Datenqualität im Hintergrund ab — Feed, Zielgruppensignale, Tracking. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum technischen Aufsetzen folgt in unserem Beitrag Google Shopping Kampagnen einrichten. Die Einrichtung und laufende Betreuung von PMax-Kampagnen übernehmen wir im Rahmen von Google Ads und Performance Marketing.
Häufige Fragen zu Performance Max
Ersetzt Performance Max klassische Shopping-Kampagnen komplett?›
Technisch hat Google Standard-Shopping-Kampagnen weitgehend zugunsten von PMax abgelöst, das den Shopping-Traffic mit übernimmt. Reine Search-Kampagnen mit eigenen Keywords laufen aber weiterhin separat und ergänzen PMax sinnvoll, statt ersetzt zu werden.
Warum sehe ich bei Performance Max keine Suchbegriffe?›
Google liefert bei PMax bewusst nur eingeschränkte Einblicke in Suchbegriffe, Placements und Kanalverteilung — ein häufig kritisierter Punkt. Über den Suchbegriffs-Insights-Bericht lassen sich zumindest grobe Kategorien einsehen, aber keine vollständige Klickliste wie bei klassischen Search-Kampagnen.
Braucht Performance Max einen Produktfeed?›
Für E-Commerce-Konten ja — der im Merchant Center hinterlegte Produktfeed ist die wichtigste Datengrundlage für PMax, da die Kampagne daraus Anzeigenformate für Shopping-Placements generiert. Ohne sauberen Feed bleibt ein großer Teil des PMax-Potenzials ungenutzt.
Wie viel Kontrolle habe ich bei Performance Max wirklich?›
Deutlich weniger als bei klassischen Kampagnen: Kein Gebot pro Keyword, eingeschränkte Placement-Ausschlüsse, keine Aufteilung nach Netzwerk. Steuerbar bleiben vor allem Asset-Gruppen, Zielgruppensignale, Budget und die Feed-Qualität selbst.
Wie schütze ich meine Marken-Suchanfragen vor Kannibalisierung durch Performance Max?›
Am wirksamsten ist eine separate Marken-Suchkampagne mit eigenem Budget, kombiniert mit einer Marken-Ausschlussliste, die PMax von generischen Suchthemen rund um die eigene Marke fernhält. Zusätzlich lohnt sich ein regelmäßiger Blick in den Suchbegriffs-Insights-Bericht, um markenlastigen Traffic innerhalb von PMax zu erkennen.
Kann ich bei Performance Max einzelne Websites oder Apps als Placement ausschließen?›
Nur eingeschränkt. Anders als im klassischen Displaynetzwerk gibt es keine kampagnenindividuelle Placement-Ausschlussliste für einzelne Websites — verfügbar sind vor allem kontoweite Content-Ausschlüsse für ganze Inhaltskategorien sowie Markenausschlüsse.
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