Produktfeed
Ein Produktfeed ist eine strukturierte Datei — meist XML oder CSV —, die alle Artikeldaten eines Online-Shops in einem von Werbeplattformen und Marktplätzen definierten Format bereitstellt. Google Merchant Center, Meta und Marktplätze wie Amazon oder Kaufland lesen daraus Titel, Bilder, Preise und Verfügbarkeit aus, um Produkte anzuzeigen.
Stand: Juli 2026
Wie ist ein Produktfeed aufgebaut?
Ein Produktfeed besteht aus einer Zeile (oder einem Datensatz) pro Artikel, mit festen Attributnamen, die die jeweilige Plattform vorgibt. Für das Google Merchant Center sind die zentralen Attribute:
| Attribut | Bedeutung | Pflicht? |
|---|---|---|
id | eindeutige Artikel-ID | ja |
title | Produkttitel | ja |
description | Produktbeschreibung | ja |
link | URL zur Produktseite | ja |
image_link | Haupt-Produktbild | ja |
price | Preis inkl. Steuer | ja |
availability | z. B. „in stock", „out of stock" | ja |
gtin / mpn | GTIN oder Herstellernummer zur Produktidentifikation | ja, mit Ausnahmen |
brand | Markenname | ja, mit Ausnahmen |
condition | Zustand (neu, gebraucht, generalüberholt) | ja |
shipping | Versandkosten und -zeit | bedingt |
Die genauen Pflichtfelder unterscheiden sich je nach Produktkategorie — Bekleidung braucht zusätzlich Größe und Farbe, bestimmte Kategorien verlangen Altersfreigaben oder Zertifikate.
Wie kommt der Feed ins Google Merchant Center?
Drei Wege sind üblich:
- Automatisierter Feed-Upload über eine geplante Datei (URL-Abruf in festem Intervall) — der Standardweg für die meisten Shops.
- Content-API-Anbindung — direkter, meist in Echtzeit, aber aufwendiger in der Einrichtung.
- Google Sheets — für sehr kleine Sortimente praktikabel, skaliert aber nicht.
Shopsysteme wie JTL-Shop oder Shopify bieten meist eine native oder per Plugin nachrüstbare Feed-Erzeugung an; bei komplexeren Anforderungen (mehrere Länder, mehrere Kanäle) übernimmt oft ein PIM-System die zentrale Datenhaltung und spielt daraus kanalspezifische Feeds aus.
Wie optimiert man Titel und GTIN im Feed?
Der Produkttitel ist das Attribut mit dem größten Effekt auf Sichtbarkeit und Klickrate, weil er direkt in der Google-Shopping-Anzeige erscheint. Bewährt hat sich eine Struktur, die die wichtigsten Suchbegriffe vorne platziert:
Marke + Produktart + wichtigste Eigenschaften (Farbe, Größe, Material) + ggf. Modellnummer
Ein generischer Titel wie „Damen T-Shirt blau" performt in der Regel schlechter als „Muster-Marke Damen T-Shirt Bio-Baumwolle Blau Gr. M" — weil er mehr Suchanfragen abdeckt und mehr Informationsgehalt auf den ersten Blick liefert.
Bei der GTIN gilt: Wo eine gültige GTIN existiert, sollte sie immer angegeben werden — ohne sie stuft Google Angebote in der Sichtbarkeit tendenziell niedriger ein, und ab bestimmten Markenkategorien ist sie sogar Pflicht. Fehlerhafte oder frei erfundene GTINs führen dagegen zu Ablehnungen, siehe EAN/GTIN.
Warum werden Produkte im Feed abgelehnt?
Häufige Ablehnungsgründe im Merchant Center sind:
- Fehlende oder falsche GTIN — häufigster technischer Ablehnungsgrund
- Preis- oder Verfügbarkeitsabweichung zwischen Feed und Landingpage
- Werbesprache im Titel — Wörter wie „Sale" oder „kostenlos" ohne Bezug sind teils unzulässig
- Bildprobleme — Wasserzeichen, Platzhalterbilder oder zu geringe Auflösung
- Fehlende Impressums- oder Rückgabeinformationen auf der verlinkten Landingpage
- Nicht erreichbare Ziel-URL (4xx/5xx-Fehler beim Crawl)
Typische Fehler bei der Feed-Pflege
- Feed wird nur einmalig eingerichtet, statt als laufender Prozess behandelt — neue Artikel, Preisänderungen und Ausverkäufe müssen kontinuierlich einfließen.
- Preis im Feed weicht vom Preis auf der Landingpage ab, etwa durch zeitversetzte Synchronisation — das führt zu Ablehnungen und Vertrauensverlust.
- GTIN-Feld mit Platzhaltern oder falschen Werten befüllt, statt es bei fehlender GTIN korrekt leer zu lassen und die Ausnahme zu beantragen.
- Titel 1:1 aus dem Shop übernommen, ohne ihn für die Shopping-Suche zu optimieren.
- Kein Monitoring der Merchant-Center-Diagnose, wodurch abgelehnte Produkte wochenlang unbemerkt aus der Kampagne fehlen.
Feed als Grundlage für Performance Max & Co.
Ein sauberer Produktfeed ist die Voraussetzung für jede Form von automatisiertem Google-Shopping-Marketing, allen voran Performance Max — die Kampagnenqualität kann nie besser sein als die zugrunde liegenden Feed-Daten. Eine praktische Anleitung zum Aufsetzen folgt in unserem Beitrag Google Shopping Kampagnen einrichten. Die Feed-Einrichtung und -Pflege übernehmen wir im Rahmen von Google Ads und E-Commerce.
Häufige Fragen zu Produktfeed
Reicht ein Feed für alle Kanäle, oder braucht jeder Kanal einen eigenen?›
Die Grunddaten (Titel, Bild, Preis, GTIN) sind meist identisch, aber jeder Kanal hat eigene Pflichtfelder und Formatvorgaben. In der Praxis pflegt man die Basisdaten zentral — etwa im PIM oder der Wawi — und leitet daraus kanalspezifische Feed-Varianten ab, statt mehrere Feeds unabhängig voneinander zu pflegen.
Wie oft sollte der Produktfeed aktualisiert werden?›
Preis und Verfügbarkeit sollten möglichst häufig aktualisiert werden — im Idealfall mehrmals täglich oder in Echtzeit über die Merchant-Center-API, da veraltete Bestandsdaten zu abgelehnten Anzeigen oder enttäuschten Käufern führen. Statische Attribute wie Titel oder Kategorie reichen seltener aus.
Was ist der Unterschied zwischen Produktfeed und Produktdaten im Shop?›
Die Produktdaten im Shop sind für Menschen gestaltet — Marketingtext, Bildergalerie, Layout. Der Produktfeed ist eine reine Datenschnittstelle für Maschinen, mit festen Attributnamen und Formatvorgaben, die von den redaktionellen Shop-Inhalten unabhängig gepflegt werden kann.
Warum werden einzelne Produkte im Feed abgelehnt, obwohl der Feed insgesamt läuft?›
Google und andere Plattformen prüfen jedes Produkt einzeln gegen Richtlinien und Pflichtattribute. Ein insgesamt valider Feed kann trotzdem einzelne abgelehnte Positionen enthalten, etwa wegen fehlender GTIN, unzulässiger Werbesprache im Titel oder eines nicht erreichbaren Landing-Page-Links.
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