Zurück zum Blog
E-Commerce10 Minuten

E-Commerce-Strategie 2026: Was Geschäftsführer jetzt entscheiden müssen

Die 5 strategischen Weichenstellungen für Online-Händler. Praxisleitfaden für Geschäftsführer im Mittelstand.

webpowers Team

18. Februar 2026

Die unbequeme Wahrheit: 70% der E-Commerce-Strategien scheitern an der Umsetzung

Ich rede täglich mit Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen. Die meisten haben verstanden, dass E-Commerce wichtig ist. Die wenigsten wissen, welche Entscheidungen wirklich zählen.

Das Ergebnis: Investitionen in die falschen Technologien. Agenturen, die mehr kosten als bringen. Online-Shops, die Kunden vergraulen statt konvertieren.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen die 5 strategischen Weichenstellungen, die 2026 über Erfolg oder Misserfolg im E-Commerce entscheiden. Keine technischen Details — die überlassen Sie Ihrem Team. Sondern die Entscheidungen, die nur Sie als Geschäftsführer treffen können.


Weichenstellung 1: Cloud vs. On-Premise — Die Infrastruktur-Frage

Warum das eine CEO-Entscheidung ist

Diese Frage betrifft nicht nur IT. Sie betrifft:

  • Kapitalbindung (Einmalkosten vs. laufende Kosten)
  • Flexibilität (Wie schnell können Sie skalieren?)
  • Kontrolle (Wo liegen Ihre Kundendaten?)
  • Abhängigkeiten (Vendor Lock-in vs. Eigenständigkeit)

Die Optionen im Überblick

KriteriumCloud/SaaS (z.B. Shopify)On-Premise (z.B. JTL)
InitialkostenNiedrig (ab €36/Monat)Hoch (€15.000-50.000+)
Laufende KostenSteigend mit UmsatzStabil, planbar
Time-to-MarketWochenMonate
AnpassbarkeitBegrenztUnbegrenzt
DatenkontrolleEingeschränktVollständig
IT-Bedarf internMinimalMittel bis hoch

Unsere Empfehlung nach Unternehmenstyp

Wählen Sie Cloud/SaaS wenn:

  • Sie schnell starten müssen
  • Ihr Fokus auf D2C und International liegt
  • Sie keine komplexen ERP-Integrationen haben
  • Flexibilität wichtiger ist als Kontrolle

Wählen Sie On-Premise wenn:

  • Sie komplexe B2B-Prozesse haben
  • ERP-Integration (SAP, Microsoft Dynamics, JTL-Wawi) kritisch ist
  • Datensouveränität nicht verhandelbar ist
  • Sie langfristig Kosten optimieren wollen

→ Detaillierter Vergleich: JTL vs. Shopify


Weichenstellung 2: Inhouse vs. Agentur — Die Kompetenz-Frage

Die wahren Kosten eines Inhouse-Teams

Viele Geschäftsführer unterschätzen, was ein kompetentes E-Commerce-Team wirklich kostet:

Minimales Team für professionellen E-Commerce:

  • E-Commerce Manager: €65.000/Jahr
  • Performance Marketing Specialist: €55.000/Jahr
  • Entwickler (anteilig): €35.000/Jahr
  • Gesamt Personalkosten: ~€155.000/Jahr

Dazu kommen:

  • Tools & Software: €15.000-30.000/Jahr
  • Weiterbildung: €5.000-10.000/Jahr
  • Recruiting-Kosten bei Fluktuation: €15.000-25.000/Stelle
  • Versteckte Kosten: €35.000-65.000/Jahr

Realistische Inhouse-Kosten: €190.000-220.000/Jahr

Was eine Agentur kostet — ehrlich gerechnet

Bei einer Full-Service-Betreuung durch eine Agentur:

  • Performance Marketing Management: €2.000-5.000/Monat
  • Shop-Betreuung & Entwicklung: €1.500-4.000/Monat
  • Strategie & Beratung: €1.000-2.500/Monat
  • Gesamt: €54.000-138.000/Jahr

Die Hybrid-Lösung: Was funktioniert

Die erfolgreichsten Mittelständler, die wir betreuen, setzen auf:

  1. Inhouse: Produktmanagement, Kundenservice, strategische Steuerung
  2. Agentur: Performance Marketing, technische Entwicklung, Spezial-Know-how

So bekommen Sie das Beste aus beiden Welten: Interne Kontrolle und externes Expertenwissen.


Weichenstellung 3: Marktplatz vs. Eigenvertrieb — Die Kanal-Frage

Die Marktplatz-Falle

Amazon, eBay, Kaufland — die Versuchung ist groß:

  • Sofortiger Zugang zu Millionen Kunden
  • Kein eigener Shop nötig
  • Einfacher Start

Aber:

  • Margen von 15-25% pro Verkauf
  • Keine Kundendaten (die gehören dem Marktplatz)
  • Preiskampf nach unten
  • Abhängigkeit von Algorithmus-Änderungen

Die Zahlen sprechen für sich

KanalTypische MargeKundenbindungMarkenwert
Amazon5-15%KeineSchädlich
Eigener Shop25-45%HochAufbauend

Unsere Empfehlung

Marktplätze als Akquise-Kanal, nicht als Geschäftsmodell.

Nutzen Sie Amazon & Co. um:

  • Neue Kunden zu gewinnen
  • Reichweite aufzubauen
  • Produkte zu testen

Aber investieren Sie in den eigenen Shop für:

  • Marge
  • Kundenbindung
  • Markenaufbau
  • Datenhoheit

Das Verhältnis sollte sich über Zeit verschieben: Von 80/20 (Marktplatz/Eigenvertrieb) zu 30/70 innerhalb von 2-3 Jahren.


Weichenstellung 4: Performance Marketing Budget — Die Investment-Frage

Wie viel sollten Sie in Marketing investieren?

Die häufigste Frage, die mir Geschäftsführer stellen. Hier eine fundierte Antwort:

Benchmarks nach Unternehmensphase:

PhaseMarketing-Budget (% vom Umsatz)
Launch/Wachstum15-25%
Etabliert8-12%
Marktführer5-8%

Beispielrechnung:

  • Jahresumsatz Online: €1.000.000
  • Wachstumsphase: 15% = €150.000/Jahr Marketing
  • Davon Performance Marketing: 60-70% = €90.000-105.000

Der größte Fehler bei Marketing-Budgets

Zu wenig Budget, über zu viele Kanäle verteilt.

Lieber €5.000/Monat fokussiert auf Google Ads als €2.000 auf Google, €1.500 auf Facebook, €1.000 auf TikTok und €500 auf LinkedIn.

Wir empfehlen:

  1. Start: Ein Kanal, richtig gemacht (meist Google Ads oder Meta)
  2. Ausbau: Zweiter Kanal nach 6-12 Monaten profitabler Skalierung
  3. Diversifikation: Weitere Kanäle erst bei >€15.000/Monat Gesamtbudget

→ Performance Marketing Kosten im Detail


Weichenstellung 5: Technologie-Stack — Die Zukunftssicherheit

Die 3 Systeme, die über Ihren Erfolg entscheiden

  1. Shop-System: Wo Kunden kaufen
  2. ERP/Warenwirtschaft: Wo Prozesse laufen
  3. Marketing-Infrastruktur: Wie Kunden Sie finden

Diese drei müssen miteinander sprechen. Tun sie das nicht, verlieren Sie:

  • Daten zwischen den Systemen
  • Zeit durch manuelle Prozesse
  • Geld durch Ineffizienz

Warnsignale für technische Schulden

Wenn einer dieser Punkte zutrifft, haben Sie ein strategisches Problem:

  • Bestelldaten werden manuell zwischen Systemen übertragen
  • Lagerbestände stimmen nicht zwischen Shop und ERP überein
  • Marketing-Auswertungen dauern länger als 10 Minuten
  • Preisänderungen brauchen mehr als 1 Stunde für alle Kanäle
  • Ihr Team verbringt >30% der Zeit mit "Systempflege"

Was gute Integration kostet — und was sie bringt

Typische Investition: €20.000-50.000 für solide Shop-ERP-Integration

Typischer ROI:

  • 2-3 FTE-Stunden/Tag gespart = €30.000-45.000/Jahr
  • Weniger Fehler bei Bestellungen = €10.000-20.000/Jahr weniger Retouren
  • Bessere Datenbasis für Marketing = 15-25% besserer ROAS

Amortisation: 6-18 Monate


Der häufigste Fehler auf C-Level

Delegation ohne Kontrolle.

E-Commerce ist zu wichtig für "Mach du mal". Als Geschäftsführer sollten Sie:

  1. Monatlich: Die 5 wichtigsten KPIs kennen (Umsatz, ROAS, Conversion Rate, AOV, CAC)
  2. Quartalsweise: Strategische Ausrichtung überprüfen
  3. Jährlich: Budget und Technologie-Roadmap festlegen

Sie müssen nicht wissen, wie Google Ads funktioniert. Aber Sie müssen wissen, ob es funktioniert.


Checkliste für Geschäftsführer: E-Commerce-Readiness 2026

Infrastruktur

  • Shop-System passt zu unseren Anforderungen (Cloud vs. On-Premise entschieden)
  • ERP-Integration ist sauber und automatisiert
  • Datenfluss zwischen Systemen funktioniert

Team & Partner

  • Klare Verantwortlichkeiten (wer entscheidet was?)
  • Richtige Balance Inhouse/Agentur
  • Kompetenz im Team oder beim Partner vorhanden

Marketing & Vertrieb

  • Marketingbudget ist definiert und realistisch
  • Fokus auf 1-2 Kernkanäle statt Verzettelung
  • Marktplatz-Abhängigkeit unter 50%

Controlling

  • Relevante KPIs werden gemessen und reported
  • Monatliches Reporting auf Geschäftsführer-Ebene
  • Break-Even und Profitabilität sind klar

Ihr nächster Schritt

Als Geschäftsführer haben Sie keine Zeit für operative Details. Sie brauchen:

  • Klare Entscheidungsgrundlagen
  • Ehrliche Einschätzungen
  • Jemanden, der mitdenkt

Wir bieten Geschäftsführern im Mittelstand einen strategischen Sparring-Call: 45 Minuten, Ihre Situation, unsere Einschätzung — ohne Pitch, ohne Verkaufsdruck.

→ Strategiegespräch vereinbaren


Fazit

E-Commerce-Erfolg 2026 erfordert nicht mehr Budget. Er erfordert bessere Entscheidungen an den richtigen Stellen:

  1. Infrastruktur: Cloud oder On-Premise — bewusst wählen
  2. Kompetenz: Inhouse und Agentur richtig kombinieren
  3. Kanäle: Eigener Shop vor Marktplatz-Abhängigkeit
  4. Budget: Fokussiert investieren, nicht verteilen
  5. Technologie: Integration als strategischen Vorteil begreifen

Die gute Nachricht: Die meisten Ihrer Wettbewerber machen diese Entscheidungen falsch. Das ist Ihre Chance.


Sie haben strategische Fragen zu Ihrem E-Commerce? Sprechen Sie mit uns — Geschäftsführer zu Geschäftsführer.

webpowers Team

Unser Experten-Team teilt Insights aus über €2M verwaltetem Ad Spend und hunderten erfolgreichen E-Commerce-Projekten.

Mehr über uns

Bereit für bessere Ergebnisse?

Wir helfen Ihnen gerne, diese Strategien für Ihr Unternehmen umzusetzen. Vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch.