Die unbequeme Wahrheit: 40% Ihres Ad-Budgets verbrennen
Lassen Sie mich direkt zur Sache kommen: Die meisten Unternehmen, die zu uns kommen, verbrennen mindestens 40% ihres Google Ads Budgets. Das sind bei einem monatlichen Spend von €10.000 satte €4.000 — jeden Monat.
Der Grund? Nicht mangelndes Budget. Nicht die Konkurrenz. Sondern vermeidbare Fehler, die sich über Monate eingeschlichen haben.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen exakt, wie wir bei einem E-Commerce-Kunden den ROAS von 2.1x auf 8.4x gesteigert haben — in weniger als 90 Tagen. Keine Theorie, sondern erprobte Praxis. Mehr zu unserer Google Ads Betreuung und Performance Marketing. Brauchen Sie erst ein Budget? Lesen Sie unseren Budget-Planungs-Guide.
Was ist ROAS und warum ist er so wichtig?
ROAS = Return on Ad Spend = Umsatz ÷ Werbekosten
Ein ROAS von 4x bedeutet: Für jeden investierten Euro bekommen Sie €4 Umsatz zurück.
Aber Vorsicht: ROAS allein sagt wenig aus. Entscheidend ist Ihr Break-Even ROAS:
Break-Even ROAS = 1 ÷ Gewinnmarge
Beispiel:
- Ihre Gewinnmarge liegt bei 25%
- Break-Even ROAS = 1 ÷ 0.25 = 4x
- Alles unter 4x ROAS bedeutet: Sie verlieren Geld
- Alles über 4x ROAS: Sie verdienen
Viele Agenturen feiern einen ROAS von 3x — ohne zu wissen, dass der Kunde damit Verlust macht.
Die 3 größten Budget-Killer (und wie Sie sie eliminieren)
1. Broad Match ohne Negative Keywords
Das Problem: Broad Match Keywords fangen alles auf — auch Suchanfragen, die nichts mit Ihrem Produkt zu tun haben. Wer "Laufschuhe kaufen" als Broad Match bucht, bezahlt auch für Klicks auf "Laufschuhe reparieren" oder "Laufschuhe gebraucht".
Die Lösung:
- Wöchentlicher Search Terms Report (nicht monatlich!)
- Bauen Sie eine Negative Keyword Liste von mindestens 500+ Begriffen auf
- Nutzen Sie Negative Keyword Listen auf Konto-Ebene für universelle Ausschlüsse
- Tipp: Schließen Sie immer aus: "kostenlos", "gratis", "DIY", "selber machen", "gebraucht", "billig"
Unser Hack: Wir exportieren Search Terms der letzten 12 Monate, sortieren nach Kosten ohne Conversion und eliminieren systematisch. Bei einem Kunden haben wir so €2.300/Monat an Waste gefunden — in einer einzigen Session.
2. Fehlende oder falsche Conversion-Werte
Das Problem: Google Ads optimiert auf das, was Sie messen. Wenn Sie keine Conversion-Werte hinterlegen, behandelt der Algorithmus einen €10-Kauf gleich wie einen €500-Kauf.
Die Lösung:
- Dynamische Conversion-Werte über den Data Layer
- Bei E-Commerce: Tatsächlichen Bestellwert übergeben
- Bei Lead Gen: Lead-Wert basierend auf historischer Conversion Rate berechnen
So berechnen Sie Lead-Werte:
Lead-Wert = Durchschnittlicher Auftragswert × Abschlussrate
Beispiel:
- Ø Auftragswert: €5.000
- Abschlussrate Leads → Kunden: 10%
- Lead-Wert = €5.000 × 0.10 = €500
Jetzt kann Google Ads auf Value optimieren — nicht nur auf Volumen.
3. Die falsche Bidding-Strategie
Das Problem: "Maximize Conversions" klingt gut, führt aber oft zu explodierenden CPAs. Der Algorithmus holt Conversions — egal zu welchem Preis.
Die richtige Strategie-Auswahl:
| Situation | Empfohlene Strategie |
|---|---|
| Neues Konto, wenig Daten (<30 Conv/Monat) | Manual CPC oder Enhanced CPC |
| 30-50 Conversions/Monat | Target CPA |
| 50+ Conversions/Monat | Target ROAS |
| Sehr viele Conversions, stabile Performance | Maximize Conversion Value |
Wichtig: Geben Sie dem Algorithmus 2-3 Wochen Lernphase. Keine Änderungen in dieser Zeit, auch wenn die Zahlen schwanken.
5 Quick Wins für sofortige ROAS-Verbesserung
Quick Win 1: Dayparting (Tageszeit-Anpassungen)
Nicht jede Stunde konvertiert gleich. Prüfen Sie unter: Kampagnen → Statistiken → Tag und Uhrzeit
Typisches Muster im B2B:
- Samstag/Sonntag: -80% Bid Adjustment
- 22-07 Uhr: -50% Bid Adjustment
- Kernzeiten 9-12 und 14-17 Uhr: +20% Bid Adjustment
Umsetzung: Kampagnen-Ebene → Werbezeitplaner → Bid Adjustments
Quick Win 2: Device Bid Adjustments
Mobile konvertiert oft schlechter, kostet aber gleich viel. Analysieren Sie:
- Conversion Rate nach Device
- ROAS nach Device
Häufiges Ergebnis:
- Desktop ROAS: 6x
- Mobile ROAS: 2x
Lösung: Mobile Bid Adjustment auf -30% bis -50% setzen. Nicht komplett ausschließen — Mobile ist oft Teil der Customer Journey.
Quick Win 3: Audience Layering
Nutzen Sie Zielgruppen als Beobachtung (nicht als Targeting):
-
Fügen Sie hinzu:
- Website-Besucher (alle)
- Käufer der letzten 540 Tage
- Kaufabbrecher (Cart Abandoners)
- "Similar to Converters"
-
Nach 2 Wochen: Performance analysieren
-
High-Performer: Bid Adjustment +30-50%
-
Low-Performer: Bid Adjustment -20-30%
Quick Win 4: Search Terms Sculpting
Statt Broad Match überall: Bauen Sie eine Keyword-Architektur.
Struktur:
- Kampagne "Brand": Nur Marken-Keywords (ROAS meist 15x+)
- Kampagne "High Intent": [exakt match] für beste Performer
- Kampagne "Research": Phrase Match für breitere Begriffe
- Kampagne "Conquest": Wettbewerber-Namen (eigene Kampagne!)
Budget-Verteilung nach Performance, nicht nach Gefühl.
Quick Win 5: Landing Page Alignment
Google Ads ist nur die halbe Miete. Wenn Ihre Landing Page nicht konvertiert, verbrennen die besten Kampagnen Geld.
Checkliste Landing Page:
- Headline matched die Suchanfrage (Keyword im H1!)
- CTA above the fold sichtbar
- Social Proof (Bewertungen, Logos, Testimonials)
- Mobile-optimiert (50%+ Traffic ist Mobile)
- Ladezeit <3 Sekunden
Test: Schicken Sie auf die spezifischste Page. "Nike Laufschuhe Herren" → Nike Laufschuhe Herren Seite, NICHT Startseite.
Case Study: Von ROAS 2.1x auf 8.4x in 89 Tagen
Ausgangssituation:
- E-Commerce Shop, Fashion-Bereich
- Monatliches Budget: €15.000
- ROAS: 2.1x (Break-Even lag bei 3.5x → Verlust!)
- Problem: "Wir haben schon alles probiert"
Was wir gefunden haben:
- 67% des Budgets ging in 3 Kampagnen mit ROAS <1.5x
- Search Terms voller irrelevanter Klicks (€3.200/Monat Waste)
- Keine Conversion-Werte hinterlegt
- Mobile bekam 55% des Budgets bei 1.8x ROAS
- Keine Zielgruppen-Anpassungen
Unsere Maßnahmen (chronologisch):
Woche 1-2:
- Negative Keywords: 847 Begriffe hinzugefügt
- Budget-Shift: -70% Budget für Low-ROAS Kampagnen
- Mobile Bid: -40%
Woche 3-4:
- Dynamische Conversion-Werte implementiert
- Bidding von Maximize Clicks → Target ROAS (Ziel: 5x)
- Audience Layering aktiviert
Woche 5-8:
- Landing Pages optimiert (Conversion Rate +34%)
- Brand-Kampagne separiert
- Shopping-Kampagnen nach Marge segmentiert
Woche 9-12:
- Feintuning Bid Adjustments
- Top-Performer skaliert
- Neue Keywords aus Search Terms
Ergebnis nach 89 Tagen:
- ROAS: 8.4x (von 2.1x)
- Budget: Gleich geblieben (€15.000)
- Umsatz: Von €31.500 auf €126.000/Monat
- ROI der Optimierung: Die Agenturkosten waren in 11 Tagen wieder drin
Die häufigsten Fehler, die wir sehen
-
Zu schnelle Änderungen: Geben Sie dem Algorithmus Zeit. Mindestens 2 Wochen zwischen größeren Änderungen.
-
Fokus auf CTR statt ROAS: Hohe Klickraten bedeuten nichts, wenn niemand kauft.
-
Vernachlässigte Shopping-Kampagnen: Bei E-Commerce oft 60-70% des Umsatzes. Trotzdem wird nur Search optimiert.
-
Keine regelmäßigen Audits: Google Ads ist kein "Set and Forget". Minimum monatlicher Deep-Dive.
-
Zu viel Vertrauen in Google-Empfehlungen: Der "Optimierungsfaktor" optimiert für Google, nicht für Sie.
Ihr nächster Schritt
Sie haben zwei Optionen:
Option A: Selbst optimieren Nutzen Sie diese Anleitung. Planen Sie 4-6 Stunden pro Woche ein. Erwarten Sie Ergebnisse in 2-3 Monaten.
Option B: Experten holen Wir analysieren Ihr Konto kostenlos und zeigen Ihnen in 30 Minuten, wo Ihr Geld verbrennt — und wie wir das ändern.
Fazit
ROAS-Optimierung ist keine Raketenwissenschaft. Es ist systematische Arbeit:
- Waste eliminieren (Negative Keywords, Budget-Shift)
- Richtig messen (Conversion-Werte)
- Richtig bieten (passende Strategie)
- Kontinuierlich optimieren
Der Unterschied zwischen 2x und 8x ROAS? Meistens keine revolutionären Ideen — sondern konsequente Umsetzung der Basics.
Haben Sie Fragen zu Ihrem Google Ads Konto? Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstanalyse.
Über den Autor: Das webpowers Performance Team betreut Google Ads Budgets von €5.000 bis €500.000 monatlich. Spezialisiert auf E-Commerce und Lead Generation im DACH-Raum.
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