Zurück zum Blog
Google Ads10 Minuten

Google Ads Budget planen: So berechnen Sie Ihr optimales Werbebudget

Die exakte Formel für Ihr Google Ads Budget. Break-Even, MVB und Skalierung erklärt.

webpowers Team

31. Januar 2026

Die Frage, die jeder stellt (aber niemand richtig beantwortet)

"Wie viel sollte ich für Google Ads ausgeben?"

Jede Agentur, jeder Freelancer bekommt diese Frage. Die meisten antworten mit: "Kommt drauf an." Oder schlimmer: "So viel wie möglich."

Beides ist falsch.

Es gibt eine exakte Methode, Ihr optimales Google Ads Budget zu berechnen. Keine Schätzung, keine Bauchgefühl — Mathematik. In diesem Artikel zeige ich Ihnen die Formel, die wir bei jedem Kunden anwenden. Mehr zu unserer Google Ads Betreuung und Performance Marketing Strategie.


Schritt 1: Definieren Sie Ihr Ziel (und zwar richtig)

Bevor wir rechnen: Was wollen Sie eigentlich erreichen?

Falsche Ziele:

  • "Mehr Traffic"
  • "Bekannter werden"
  • "Auf Seite 1 bei Google"

Richtige Ziele:

  • "50 Leads pro Monat mit CAC unter €80"
  • "€100.000 Umsatz bei 5x ROAS"
  • "200 Newsletter-Anmeldungen bei CPA unter €5"

Ohne konkretes Ziel ist jedes Budget entweder zu hoch oder zu niedrig.


Schritt 2: Die Break-Even-Berechnung

Für E-Commerce (ROAS-basiert)

Die Formel:

Break-Even ROAS = 1 ÷ Gewinnmarge (nach allen Kosten)

Beispiel: Online-Shop für Möbel

  • Durchschnittlicher Warenkorb: €450
  • Einkauf + Versand + Handling: €270
  • Gewinnmarge: (€450 - €270) ÷ €450 = 40%
  • Break-Even ROAS: 1 ÷ 0.40 = 2.5x

Das bedeutet: Bei einem ROAS von 2.5x arbeiten Sie kostendeckend. Alles darüber ist Gewinn. Wie Sie Ihren ROAS systematisch verbessern, erfahren Sie in unserem ROAS-Optimierungs-Guide.

Budget-Berechnung:

Monatliches Budget = Ziel-Umsatz ÷ Ziel-ROAS

Wenn Sie €50.000 Umsatz bei 4x ROAS wollen:

€50.000 ÷ 4 = €12.500 Werbebudget

Für Lead-Generation (CPL-basiert)

Die Formel:

Max CPL = Customer Lifetime Value × Close Rate × Gewinnmarge

Beispiel: B2B Software (SaaS)

  • Durchschnittlicher Kundenwert: €5.000/Jahr × 3 Jahre = €15.000 LTV
  • Abschlussrate Sales: 20%
  • Gewinnmarge: 60%
  • Max CPL: €15.000 × 0.20 × 0.60 = €1.800

Sie können bis zu €1.800 pro Lead ausgeben und trotzdem profitabel sein.

Budget-Berechnung:

Monatliches Budget = Ziel-Leads × Ziel-CPL

Wenn Sie 30 Leads bei €500 CPL wollen:

30 × €500 = €15.000 Werbebudget

Schritt 3: Minimum Viable Budget (MVB)

Hier machen die meisten den größten Fehler: Zu wenig Budget.

Google Ads braucht Daten zum Lernen. Smart Bidding (die automatischen Gebotsstrategien) benötigt mindestens:

  • 30 Conversions in 30 Tagen für "Conversions maximieren"
  • 50+ Conversions für Target CPA
  • 100+ Conversions für Target ROAS (optimal)

Die MVB-Formel:

Minimum Budget = Erwarteter CPA × 30 Conversions

Beispiel:

  • Ihr erwarteter CPA ist €50
  • Minimum Budget: €50 × 30 = €1.500/Monat

Alles darunter? Sie sammeln nie genug Daten für echte Optimierung.

Die Branchen-Benchmarks

BrancheØ CPCØ Conversion RateØ CPA
E-Commerce€0.50-1.502-4%€15-75
B2B Software€3-83-6%€50-200
Finanzdienstleistungen€5-154-7%€100-300
Handwerker/Lokale DL€2-65-10%€20-80
Immobilien€3-82-4%€100-400

Quelle: Eigene Kundendaten, 2025-2026


Schritt 4: Die Kampagnenstruktur bestimmt das Budget

Nicht jede Kampagne braucht gleichviel Budget. Die Verteilung macht den Unterschied.

Der 70/20/10 Ansatz

70% → Performance-Kampagnen (Skalierung)

  • Shopping Ads
  • Search Ads (transaktionale Keywords)
  • Performance Max (wenn genug Daten)

20% → Test-Kampagnen (Innovation)

  • Neue Keywords
  • Neue Anzeigentexte
  • Neue Zielgruppen

10% → Brand-Kampagnen (Schutz)

  • Eigener Markenname
  • Mitbewerber-Abwehr

Warum Brand-Kampagnen wichtig sind

"Warum soll ich für meinen eigenen Namen bezahlen? Da bin ich doch organisch auf Platz 1!"

Stimmt. Aber:

  1. Konkurrenten bieten auf Ihren Namen (erlaubt!)
  2. Ohne Anzeige verlieren Sie 30-40% der Klicks an deren Anzeigen
  3. Brand-CPCs sind minimal (€0.10-0.30)
  4. ROAS auf Brand liegt oft bei 10-20x

10% für Brand-Schutz sind gut investiert.


Schritt 5: Budget-Phasen für Neueinsteiger

Sie starten bei Null? So skalieren Sie richtig:

Phase 1: Lernphase (Monat 1-2)

Budget: €1.500-3.000/Monat

Ziele:

  • Conversion-Tracking verifizieren
  • Erste Daten sammeln
  • Top-Keywords identifizieren
  • CPA-Baselines etablieren

Erwartung: Break-even oder leichter Verlust. Das ist okay.

Phase 2: Optimierungsphase (Monat 3-4)

Budget: €3.000-6.000/Monat

Ziele:

  • Negative Keywords ausbauen
  • Smart Bidding aktivieren (Target CPA)
  • Anzeigentexte A/B-testen
  • Erste profitable Keywords skalieren

Erwartung: Break-even bis leicht profitabel.

Phase 3: Skalierungsphase (Monat 5+)

Budget: €6.000+/Monat

Ziele:

  • Profitable Keywords maximal skalieren
  • Neue Kampagnentypen testen (Demand Gen, YouTube)
  • Internationale Expansion
  • Automatisierung ausbauen

Erwartung: Konstant profitabel, ROAS über Ziel.


Schritt 6: Die Tagesbudget-Falle

Google Ads fragt nach einem Tagesbudget. Die meisten teilen einfach:

Monatsbudget ÷ 30 = Tagesbudget

Das ist falsch.

Warum Google mehr ausgibt

Google darf Ihr Tagesbudget um bis zu 100% überschreiten, solange der Monatsdurchschnitt stimmt. Bei €100 Tagesbudget kann Google also €200 an einem Tag ausgeben.

Die sichere Berechnung:

Tagesbudget = Monatsbudget ÷ 30.4 × 0.85

Warum 0.85? Puffer für Überschreitungen und Anzeigendruck an starken Tagen.

Beispiel:

  • Monatsbudget: €6.000
  • Sicheres Tagesbudget: €6.000 ÷ 30.4 × 0.85 = €168

Wochentage vs. Wochenende

Nicht jeder Tag ist gleich wertvoll. B2B funktioniert Mo-Fr, E-Commerce oft am Wochenende.

Nutzen Sie den Werbezeitplaner:

Einstellungen → Werbezeitplaner → Gebote anpassen

Typische Anpassungen:

  • B2B: Sa-So auf -50% oder pausieren
  • E-Commerce: So +20%, Mo +10%
  • Lokale Dienste: Mi -20%, Do +20%

Schritt 7: Budget-Monitoring (das vergessene Element)

Sie haben Ihr Budget definiert. Fertig? Nein.

Die wöchentliche 15-Minuten-Routine

Jeden Montag prüfen:

  1. Wöchentlicher Spend vs. Plan (Abweichung > 20%? Handeln!)
  2. CPA/ROAS Trend (steigend/fallend?)
  3. Search Terms Report (neue Negative Keywords?)
  4. Quality Score der Top-Keywords (unter 6 = Problem)
  5. Budget-Auslastung (unter 80%? Mehr Budget oder Gebote erhöhen)

Die monatliche Optimierung

Am Monatsende:

  1. Kampagnenvergleich (welche performt am besten?)
  2. Keyword-Analyse (Top 10 und Flop 10)
  3. Budget-Reallokation (von schwach zu stark)
  4. Neue Tests planen
  5. Nächsten Monat budgetieren

Schritt 8: Wann Sie das Budget erhöhen sollten

Mehr Budget = mehr Umsatz? Nicht automatisch.

Erhöhen wenn:

  • ✅ ROAS konstant über Ziel (2+ Monate)
  • ✅ Conversion-Volumen über 50/Monat
  • ✅ Quality Score im Schnitt über 7
  • ✅ Impression Share unter 60% (Potenzial da!)

Nicht erhöhen wenn:

  • ❌ ROAS unter Break-even
  • ❌ Conversion-Tracking unsicher
  • ❌ Keine Zeit für Optimierung
  • ❌ Impression Share bereits bei 90%+

Die 20%-Regel

Erhöhen Sie nie um mehr als 20% auf einmal. Warum? Googles Algorithmus braucht Zeit zur Anpassung. Sprunghaftes Erhöhen zerstört Ihre Performance.

Richtig:

Monat 1: €5.000
Monat 2: €6.000 (+20%)
Monat 3: €7.200 (+20%)
Monat 4: €8.600 (+20%)

Falsch:

Monat 1: €5.000
Monat 2: €15.000 (+200%) → CPA explodiert

Schritt 9: Budget-Berechnung für verschiedene Geschäftsmodelle

E-Commerce (Standardfall)

Ziel: €100.000 Umsatz/Monat, 5x ROAS, 35% Marge

Break-Even ROAS: 2.86x (1 ÷ 0.35)
Ziel-ROAS: 5x ✓ (über Break-even)
Budget: €100.000 ÷ 5 = €20.000/Monat

SaaS / Subscription

Ziel: 50 Neukunden/Monat, €99/Monat × 18 Monate LTV = €1.782

Max CAC: €1.782 × 0.5 (Akquisition) = €891
Ziel-CAC: €500 (mit Puffer)
Budget: 50 × €500 = €25.000/Monat

Lokaler Dienstleister

Ziel: 80 Leads/Monat, Auftragswert €2.000, Close Rate 25%

Umsatz pro Lead: €2.000 × 0.25 = €500
Marge: 40%
Gewinn pro Lead: €200
Max CPL: €200 × 0.5 = €100
Budget: 80 × €60 (Ziel-CPL) = €4.800/Monat

Fazit: Das Budget-Framework

Zusammengefasst in einer Checkliste:

□ Geschäftsziel definiert (Umsatz/Leads/Signups)
□ Break-Even berechnet (ROAS oder CPA)
□ Minimum Viable Budget ermittelt (30+ Conversions)
□ Kampagnenstruktur geplant (70/20/10)
□ Tagesbudget korrekt berechnet (mit Puffer)
□ Monitoring-Routine etabliert
□ Skalierungs-Trigger definiert

Die wichtigste Erkenntnis: Es gibt kein "richtiges" Budget — nur ein Budget, das zu Ihrem Ziel, Ihrer Marge und Ihrer Skalierungsfähigkeit passt.


Brauchen Sie Hilfe bei der Budget-Planung?

Wir erstellen kostenlos eine individuelle Budget-Empfehlung für Ihr Geschäft — mit konkreten Zahlen, nicht mit "kommt drauf an".

Kostenlose Budget-Analyse anfordern →


Dieser Artikel basiert auf unserer Erfahrung mit über €2M+ verwaltetem Ad Spend. Letzte Aktualisierung: Februar 2026

webpowers Team

Unser Experten-Team teilt Insights aus über €2M verwaltetem Ad Spend und hunderten erfolgreichen E-Commerce-Projekten.

Mehr über uns

Bereit für bessere Ergebnisse?

Wir helfen Ihnen gerne, diese Strategien für Ihr Unternehmen umzusetzen. Vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch.