Die Frage, die jeder stellt (aber niemand richtig beantwortet)
"Wie viel sollte ich für Google Ads ausgeben?"
Jede Agentur, jeder Freelancer bekommt diese Frage. Die meisten antworten mit: "Kommt drauf an." Oder schlimmer: "So viel wie möglich."
Beides ist falsch.
Es gibt eine exakte Methode, Ihr optimales Google Ads Budget zu berechnen. Keine Schätzung, keine Bauchgefühl — Mathematik. In diesem Artikel zeige ich Ihnen die Formel, die wir bei jedem Kunden anwenden. Mehr zu unserer Google Ads Betreuung und Performance Marketing Strategie.
Schritt 1: Definieren Sie Ihr Ziel (und zwar richtig)
Bevor wir rechnen: Was wollen Sie eigentlich erreichen?
Falsche Ziele:
- "Mehr Traffic"
- "Bekannter werden"
- "Auf Seite 1 bei Google"
Richtige Ziele:
- "50 Leads pro Monat mit CAC unter €80"
- "€100.000 Umsatz bei 5x ROAS"
- "200 Newsletter-Anmeldungen bei CPA unter €5"
Ohne konkretes Ziel ist jedes Budget entweder zu hoch oder zu niedrig.
Schritt 2: Die Break-Even-Berechnung
Für E-Commerce (ROAS-basiert)
Die Formel:
Break-Even ROAS = 1 ÷ Gewinnmarge (nach allen Kosten)
Beispiel: Online-Shop für Möbel
- Durchschnittlicher Warenkorb: €450
- Einkauf + Versand + Handling: €270
- Gewinnmarge: (€450 - €270) ÷ €450 = 40%
- Break-Even ROAS: 1 ÷ 0.40 = 2.5x
Das bedeutet: Bei einem ROAS von 2.5x arbeiten Sie kostendeckend. Alles darüber ist Gewinn. Wie Sie Ihren ROAS systematisch verbessern, erfahren Sie in unserem ROAS-Optimierungs-Guide.
Budget-Berechnung:
Monatliches Budget = Ziel-Umsatz ÷ Ziel-ROAS
Wenn Sie €50.000 Umsatz bei 4x ROAS wollen:
€50.000 ÷ 4 = €12.500 Werbebudget
Für Lead-Generation (CPL-basiert)
Die Formel:
Max CPL = Customer Lifetime Value × Close Rate × Gewinnmarge
Beispiel: B2B Software (SaaS)
- Durchschnittlicher Kundenwert: €5.000/Jahr × 3 Jahre = €15.000 LTV
- Abschlussrate Sales: 20%
- Gewinnmarge: 60%
- Max CPL: €15.000 × 0.20 × 0.60 = €1.800
Sie können bis zu €1.800 pro Lead ausgeben und trotzdem profitabel sein.
Budget-Berechnung:
Monatliches Budget = Ziel-Leads × Ziel-CPL
Wenn Sie 30 Leads bei €500 CPL wollen:
30 × €500 = €15.000 Werbebudget
Schritt 3: Minimum Viable Budget (MVB)
Hier machen die meisten den größten Fehler: Zu wenig Budget.
Google Ads braucht Daten zum Lernen. Smart Bidding (die automatischen Gebotsstrategien) benötigt mindestens:
- 30 Conversions in 30 Tagen für "Conversions maximieren"
- 50+ Conversions für Target CPA
- 100+ Conversions für Target ROAS (optimal)
Die MVB-Formel:
Minimum Budget = Erwarteter CPA × 30 Conversions
Beispiel:
- Ihr erwarteter CPA ist €50
- Minimum Budget: €50 × 30 = €1.500/Monat
Alles darunter? Sie sammeln nie genug Daten für echte Optimierung.
Die Branchen-Benchmarks
| Branche | Ø CPC | Ø Conversion Rate | Ø CPA |
|---|---|---|---|
| E-Commerce | €0.50-1.50 | 2-4% | €15-75 |
| B2B Software | €3-8 | 3-6% | €50-200 |
| Finanzdienstleistungen | €5-15 | 4-7% | €100-300 |
| Handwerker/Lokale DL | €2-6 | 5-10% | €20-80 |
| Immobilien | €3-8 | 2-4% | €100-400 |
Quelle: Eigene Kundendaten, 2025-2026
Schritt 4: Die Kampagnenstruktur bestimmt das Budget
Nicht jede Kampagne braucht gleichviel Budget. Die Verteilung macht den Unterschied.
Der 70/20/10 Ansatz
70% → Performance-Kampagnen (Skalierung)
- Shopping Ads
- Search Ads (transaktionale Keywords)
- Performance Max (wenn genug Daten)
20% → Test-Kampagnen (Innovation)
- Neue Keywords
- Neue Anzeigentexte
- Neue Zielgruppen
10% → Brand-Kampagnen (Schutz)
- Eigener Markenname
- Mitbewerber-Abwehr
Warum Brand-Kampagnen wichtig sind
"Warum soll ich für meinen eigenen Namen bezahlen? Da bin ich doch organisch auf Platz 1!"
Stimmt. Aber:
- Konkurrenten bieten auf Ihren Namen (erlaubt!)
- Ohne Anzeige verlieren Sie 30-40% der Klicks an deren Anzeigen
- Brand-CPCs sind minimal (€0.10-0.30)
- ROAS auf Brand liegt oft bei 10-20x
10% für Brand-Schutz sind gut investiert.
Schritt 5: Budget-Phasen für Neueinsteiger
Sie starten bei Null? So skalieren Sie richtig:
Phase 1: Lernphase (Monat 1-2)
Budget: €1.500-3.000/Monat
Ziele:
- Conversion-Tracking verifizieren
- Erste Daten sammeln
- Top-Keywords identifizieren
- CPA-Baselines etablieren
Erwartung: Break-even oder leichter Verlust. Das ist okay.
Phase 2: Optimierungsphase (Monat 3-4)
Budget: €3.000-6.000/Monat
Ziele:
- Negative Keywords ausbauen
- Smart Bidding aktivieren (Target CPA)
- Anzeigentexte A/B-testen
- Erste profitable Keywords skalieren
Erwartung: Break-even bis leicht profitabel.
Phase 3: Skalierungsphase (Monat 5+)
Budget: €6.000+/Monat
Ziele:
- Profitable Keywords maximal skalieren
- Neue Kampagnentypen testen (Demand Gen, YouTube)
- Internationale Expansion
- Automatisierung ausbauen
Erwartung: Konstant profitabel, ROAS über Ziel.
Schritt 6: Die Tagesbudget-Falle
Google Ads fragt nach einem Tagesbudget. Die meisten teilen einfach:
Monatsbudget ÷ 30 = Tagesbudget
Das ist falsch.
Warum Google mehr ausgibt
Google darf Ihr Tagesbudget um bis zu 100% überschreiten, solange der Monatsdurchschnitt stimmt. Bei €100 Tagesbudget kann Google also €200 an einem Tag ausgeben.
Die sichere Berechnung:
Tagesbudget = Monatsbudget ÷ 30.4 × 0.85
Warum 0.85? Puffer für Überschreitungen und Anzeigendruck an starken Tagen.
Beispiel:
- Monatsbudget: €6.000
- Sicheres Tagesbudget: €6.000 ÷ 30.4 × 0.85 = €168
Wochentage vs. Wochenende
Nicht jeder Tag ist gleich wertvoll. B2B funktioniert Mo-Fr, E-Commerce oft am Wochenende.
Nutzen Sie den Werbezeitplaner:
Einstellungen → Werbezeitplaner → Gebote anpassen
Typische Anpassungen:
- B2B: Sa-So auf -50% oder pausieren
- E-Commerce: So +20%, Mo +10%
- Lokale Dienste: Mi -20%, Do +20%
Schritt 7: Budget-Monitoring (das vergessene Element)
Sie haben Ihr Budget definiert. Fertig? Nein.
Die wöchentliche 15-Minuten-Routine
Jeden Montag prüfen:
- Wöchentlicher Spend vs. Plan (Abweichung > 20%? Handeln!)
- CPA/ROAS Trend (steigend/fallend?)
- Search Terms Report (neue Negative Keywords?)
- Quality Score der Top-Keywords (unter 6 = Problem)
- Budget-Auslastung (unter 80%? Mehr Budget oder Gebote erhöhen)
Die monatliche Optimierung
Am Monatsende:
- Kampagnenvergleich (welche performt am besten?)
- Keyword-Analyse (Top 10 und Flop 10)
- Budget-Reallokation (von schwach zu stark)
- Neue Tests planen
- Nächsten Monat budgetieren
Schritt 8: Wann Sie das Budget erhöhen sollten
Mehr Budget = mehr Umsatz? Nicht automatisch.
Erhöhen wenn:
- ✅ ROAS konstant über Ziel (2+ Monate)
- ✅ Conversion-Volumen über 50/Monat
- ✅ Quality Score im Schnitt über 7
- ✅ Impression Share unter 60% (Potenzial da!)
Nicht erhöhen wenn:
- ❌ ROAS unter Break-even
- ❌ Conversion-Tracking unsicher
- ❌ Keine Zeit für Optimierung
- ❌ Impression Share bereits bei 90%+
Die 20%-Regel
Erhöhen Sie nie um mehr als 20% auf einmal. Warum? Googles Algorithmus braucht Zeit zur Anpassung. Sprunghaftes Erhöhen zerstört Ihre Performance.
Richtig:
Monat 1: €5.000
Monat 2: €6.000 (+20%)
Monat 3: €7.200 (+20%)
Monat 4: €8.600 (+20%)
Falsch:
Monat 1: €5.000
Monat 2: €15.000 (+200%) → CPA explodiert
Schritt 9: Budget-Berechnung für verschiedene Geschäftsmodelle
E-Commerce (Standardfall)
Ziel: €100.000 Umsatz/Monat, 5x ROAS, 35% Marge
Break-Even ROAS: 2.86x (1 ÷ 0.35)
Ziel-ROAS: 5x ✓ (über Break-even)
Budget: €100.000 ÷ 5 = €20.000/Monat
SaaS / Subscription
Ziel: 50 Neukunden/Monat, €99/Monat × 18 Monate LTV = €1.782
Max CAC: €1.782 × 0.5 (Akquisition) = €891
Ziel-CAC: €500 (mit Puffer)
Budget: 50 × €500 = €25.000/Monat
Lokaler Dienstleister
Ziel: 80 Leads/Monat, Auftragswert €2.000, Close Rate 25%
Umsatz pro Lead: €2.000 × 0.25 = €500
Marge: 40%
Gewinn pro Lead: €200
Max CPL: €200 × 0.5 = €100
Budget: 80 × €60 (Ziel-CPL) = €4.800/Monat
Fazit: Das Budget-Framework
Zusammengefasst in einer Checkliste:
□ Geschäftsziel definiert (Umsatz/Leads/Signups)
□ Break-Even berechnet (ROAS oder CPA)
□ Minimum Viable Budget ermittelt (30+ Conversions)
□ Kampagnenstruktur geplant (70/20/10)
□ Tagesbudget korrekt berechnet (mit Puffer)
□ Monitoring-Routine etabliert
□ Skalierungs-Trigger definiert
Die wichtigste Erkenntnis: Es gibt kein "richtiges" Budget — nur ein Budget, das zu Ihrem Ziel, Ihrer Marge und Ihrer Skalierungsfähigkeit passt.
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Dieser Artikel basiert auf unserer Erfahrung mit über €2M+ verwaltetem Ad Spend. Letzte Aktualisierung: Februar 2026
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